Was hat Testosteron mit Haarausfall zu tun

Was hat Testosteron mit Haarausfall zu tun?

Es handelt sich einerseits um ein weit verbreitetes Gerücht, dass Testosteron der Auslöser für erblich bedingten Haarausfall sei. Andererseits behaupten einige sogar, dass es sich andersherum verhält und Männer mit Glatze wegen eines erhöhten Testosteronspiegels besonders maskulin seien. Doch entspricht einer dieser Mythen der Wahrheit oder ist es Fiktion, dass das männliche Sexualhormon Haarausfall in Zusammenhang steht?

Die Antwort auf die Frage lautet sowohl „Ja“ als auch „Nein“, wenn es nach Wissenschaftlern der Universitätsmedizin Greifswald um den Epidemiologen und Autoren Robin Haring geht. Dass ein Überschuss an Testosteron schuld am Haarausfall ist, konnten die Forscher ebenso wenig belegen, wie sie es komplett ausschließen konnten. 400 Männer nahmen an der Studie teil.

Ist Testosteron schuld am Haarausfall

Wie und warum Testosteron trotzdem mit Haarausfall in Verbindung gebracht werden kann, ist erst auf den zweiten Blick ersichtlich. In ausgeklügelten Stoffwechselprozessen produziert der menschliche Körper aus Testosteron Dihydrotestosteron – auch DHT genannt. Dieses wirkt sich im Fall von androgenetischer Alopezie negativ auf die Haarfollikel der betroffenen Männer und Frauen aus. Untersuchungen zufolge haben insbesondere Männer Haarfollikel an bestimmten Stellen, wie im Bereich der sogenannten Geheimratsecken, der Stirn und dem Oberkopf, die empfindlich auf DHT reagieren. Sie sind für die typischen Merkmale verantwortlich, an denen erblich bedingter Haarausfall leicht zu erkennen ist. Besteht eine erbliche Veranlagung, führt DHT wahrscheinlich über eine Störung der Energieversorgung zu einer zunehmenden Degeneration des Haarfollikels. Das hat zur Folge, dass aus einem kräftigen Haar mit der Zeit ein Flaumhaar wird, bis letztlich auch dieses verschwindet und keine Haarfollikel mehr existieren, die ein Haar produzieren könnten. Je kleiner die Haarfollikel ausfallen, desto weniger können sie den Haarwurzeln die lebenswichtigen Nährstoffe für ein gesundes Haarwachstum zukommen lassen.

Nach genauer Definition handelt es sich bei Testosteron um ein Prohormon, und damit um eine Vorstufe eines Hormons. DHT stellt hingegen ein vollständiges Androgen, also das eigentliche männliche Sexualhormon dar. Es erledigt die Aufgaben von Testosteron und sorgt neben der Ausprägung der männlichen Körperbehaarung beispielsweise auch für den Aufbau und die Aufrechterhaltung der Funktion der Talgdrüse und der Entwicklung und Funktion der Prostata.

Wie man erblich bedingten Haarausfall prognostizieren kann

Erblich bedingte Alopezie hat offenbar vor allem genetische Ursachen. Einfach ausgedrückt: Hat der Vater eine Glatze, so ist es wahrscheinlich (aber nicht zwingend), dass auch der Sohn kahlköpfig werden wird. Der Blick auf das Haupt des Vaters sei aktuell die zuverlässigste Methode zur Glatzen-Prognose in zunehmendem Alter, erläutert Robin Haring. Der Erfolg von Therapien gegen den Haarausfall, die auf Testosteron basieren, ist ihm zufolge aber fragwürdig. Außerdem seien solche Therapien zum Teil mit erheblichen Nebenwirkungen verbunden. Die aktuelle Beobachtungsstudie stelle eine wichtige Ergänzung zu klinischen Studien dar, die bereits mit kleineren Fallzahlen zu ähnlichen Ergebnissen gekommen waren, erklärt Haring.

Erblich bedingter Haarausfall

Auch die Jahreszeit lässt sich in Zusammenhang bringen. Telogenes Effluvium häuft sich besonders im August und September. Experten schätzen, dass intensivere Sonneneinstrahlung der Grund dafür ist, sie können dies aber noch nicht belegen. „Er kann aber auch mit Eisenmangel, einer Störung der Schilddrüse oder Krankheiten mit hohem Fieber wie Malaria oder Grippe zusammenhängen. Dann zeigt sich der Haarausfall erst zwei bis vier Monate später. Stress dagegen spielt kaum eine Rolle“, meint Professor Dr. Hans Wolff, Leiter der Dermatologischen Klinik und Haarsprechstunde der Medizinischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München.

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