Vernarbender Haarausfall am Hinterkopf

Vernarbender Haarausfall

Als vernarbender Haarausfall werden besondere Arten des Haarausfalls bezeichnet. Man erkennt sie an kahlen Stellen auf dem Kopf. Die Haarfollikel sind irreversibel beschädigt oder zerstört. Auf den betroffenen Stellen bilden sich Narben.

Je nachdem, um welche Form des Haarausfalls es sich handelt, kann der vernarbende Haarausfall sehr langsam voranschreiten, sodass er kaum bemerkt wird oder aber er schreitet sehr schnell voran und bringt dann meistens weitere Symptome mit sich. Männer und Frauen können gleichermaßen vom vernarbenden Haarausfall betroffen sein. Manche Formen können auch bei Kindern auftreten.

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Welche Ursachen hat der vernarbende Haarausfall?

Der vernarbende Haarausfall kann verschiedene Ursachen haben. Oftmals ist er auf eine Grunderkrankung zurückzuführen wie:

  • Krankheiten, die einzelne Organe oder den gesamten Körper befallen, wie Tumore oder die Autoimmunerkrankung Lupus Erythematodes
  • Erkrankungen der Kopfhaut wie Pilzinfektionen, bakterielle Infektionen oder Schuppenflechte
  • Hauterkrankungen wie zirkumskripte Sklerodermie

Aber auch Verletzungen, Verbrennungen oder Verätzungen durch Säuren, Laugen oder ähnliches, können die Haarfollikel zerstören und einen vernarbenden Haarausfall zur Folge haben.

Symptome von vernarbendem Haarausfall

Der vernarbende Haarausfall, auch bekannt als vernarbende Alopezie oder Lichen planopilaris verläuft meistens langsam und asymmetrisch. An den betroffenen Stellen fallen nicht nur die Haare aus, sondern auf den Stellen bilden sich außerdem verstärkt Narben. Darüber hinaus können durch die Narbenbildung noch weitere Symptome auftreten wie:

  • Juckreiz
  • Brennendes Gefühl auf der Kopfhaut
  • Schmerzen auf der Kopfhaut
  • Es bilden sich Blasen, Schuppen oder Pusteln

Diagnose „vernarbender Haarausfall“ nur schwer festzustellen

Die Diagnose „vernarbender Haarausfall“ ist oft nicht sofort eindeutig festzustellen. Vor allem in der frühen Phase ist es schwierig herauszufinden, ob es sich um einen vernarbenden Haarausfall handelt. In diesem Fall macht es Sinn, eine Biopsie durchführen zu lassen.

Der Arzt entnimmt also eine kleine Probe mit Haarfollikeln von der behaarten Kopfhaut. Die Follikel werden dann genau untersucht. Die Biopsie ist leider schmerzhaft und hinterlässt eine Narbe, weshalb diese Vorgehensweise im Vorfeld gut überlegt werden sollten.

Verschiedene Formen des vernarbenden Haarausfalls

Der vernarbende Haarausfall ist eine seltene Form des Haarverlustes. Zudem kann diese Form des Haarausfalls in unterschiedlichen Varianten auftreten:

  • Folliculitis decalvans ist auf eine bakterielle Infektion zurückzuführen
  • Pseudopelade Brocq
  • Lichen ruber planus oder Lichen ruber planopilaris ist eine Autoimmunerkrankung
  • Frontale fibrosierende Alopezie ist eine Autoimmunerkrankung
  • Lupus erythematodes ist eine Autoimmunerkrankung
Vernarbte Kopfhaut führt zu Haarausfall
Auf vernarbter Kopfhaut wachsen keine Haare mehr

Vernarbender Haarausfall: Krankheitsursachen

Folliculitis decalvans

Sehr selten kommt es zu einer sogenannten Folliculitis decalvans. Dieser vernarbende Haarausfall entsteht durch eine chronische Haarbalgentzündung. Folliculitis decalvans führt zu einem Verlust der Haare und zur Narbenbildung an den betroffenen Stellen. Diese Form der vernarbenden Alopezie tritt häufig im Scheitelbereich und der Schläfenregion auf.

Meistens entsteht diese Form des vernarbenden Haarausfalls durch eine Überreaktion auf Staphylokokken. Außerdem wird vermutet, dass sie durch Immundefekte oder Infektionen ausgelöst wird. Mehr als 10 Prozent des vernarbenden Haarausfalls werden der Folliculitis decalvans zugeschrieben. Von dieser Form des vernarbenden Haarausfalls sind Männer etwa fünfmal so häufig betroffen wie Frauen.

Die betroffenen Stellen sind narbig und weisen einen roten Rand, oft auch mit Pusteln, auf. Wenn die Entzündung nicht behandelt wird, kann es zur Bildung sogenannter Pinselhaare kommen. Dabei wachsen 5 bis 10 Haare aus einer einzelnen Hautöffnung heraus. Diese werden dann wiederum von Staphylokokken befallen, wodurch sich die Folliculitis decalvans nur noch weiter ausbreitet.

Diese Form des vernarbenden Haarausfalls ist sehr schwer zu behandeln. Ziel der Behandlung ist es, die Anzahl der Staphylokokken zu verringern und dadurch die Entzündung zu hemmen. Die Kopfhaut muss dafür täglich mit einem keimvermindernden Shampoo gereinigt und im Anschluss trocken geföhnt werden.

Zeitgleich findet meist eine Behandlung mit Clindamycin (Lincosamid-Antibiotika) und Rifampicin (bakterizides Antiobiotikum) statt. Diese kombinierte Behandlung hat sich bisher als sehr wirksam erwiesen. Um Rückfälle zu vermeiden, sollten die Pinselhaare operativ entfernt werden.

Pseudopelade Brocq

Eine sehr seltene Form ist die Pseudopelade Brocq, die man auch Alopezia atrophicans nennt. Von dieser Form sind Frauen häufiger betroffen als Männer. Frauen im jungen bis mittleren Lebensalter sind von dieser Variante etwa dreimal so häufig betroffen wie Männer.

Bei der Pseudopeladen Brocq treten in einem Zeitraum von circa zwei Jahren kleine haarlose Stellen auf der Kopfhaut auf, die eine unregelmäßige Form aufweisen. Meistens erinnern sie optisch an Fußspuren im Schnee. Im Laufe der Zeit weiten sich diese Stellen immer mehr aus. Auf der Kopfhaut entstehen glänzende Stellen mit einer sehr dünnen Haut. Die Haut ist dabei Rosa oder weißlich gefärbt. An diesen Stellen können keine Haare mehr wachsen. Die Ursache dieses vernarbenden Haarausfalls ist bisher noch nicht bekannt.

Lichen ruber planus

Lichen ruber planus ist eine Knötchenflechte in der Kopfhaut, die durch eine Autoimmunerkrankung hervorgerufen wird. Die Knötchenflechte ist nicht ansteckend. Die Haarfollikel werden bei diesem vernarbenden Haarausfall durch T-Lymphozyten zerstört. Meistens jucken die kleinen Knötchen sehr stark und weisen eine rötlich, blaue Färbung auf. Diese Form des vernarbenden Haarausfalls wird für gewöhnlich mit Kortison, Calcineurin-Hemmern, Vitamin D Analoga und/ oder Phototherapien behandelt.

Frontal fibrosierende Alopezie

Diese Variante des vernarbenden Haarausfalls betrifft überwiegend ältere Frauen, die in den Wechseljahren sind. Bei der Frontal fibrosierenden Alopezie handelt es sich um eine Variante des Lichen ruber planus. Auch diese Form des Haarverlustes ist auf eine Autoimmunerkrankung zurückzuführen.

Der Verlauf dieser Alopezie verläuft bei Frauen ähnlich, wie die Glatzenbildung bei Männern mit einem erblich bedingten Haarausfall. Die Haare weichen an der Stirn zurück, wodurch auch bei Frauen die sogenannten Geheimratsecken entstehen. Später fallen die Haare an den Schläfen aus. Nicht selten werden auch die Augenbrauen dünner oder sie fallen komplett aus.

Charakteristisch für die Frontal fibrosierende Alopezie ist außerdem die sehr blasse Kopfhaut an den betroffenen Stellen. Diese Form des vernarbenden Haarausfalls wird meistens mit Kortison-Schaum oder einer Kortison-Lotion behandelt.

Lupus erythematodes

Diese Autoimmunerkrankung kann einen vernarbenden Haarausfall verursachen. Eine sehr häufige Form ist dabei der discoide Lupus erythematodes. Dabei verändert sich die Haut und weist rötliche Schuppen auf. Die genaue Ursache für diese Erkrankung konnte bis heute nicht geklärt werden. Es wird jedoch vermutet, dass die Erkrankung auf eine genetische Veranlagung in Kombination mit Umwelteinflüssen zurückzuführen ist. Zur Behandlung dieser Krankheit werden für gewöhnlich Immunsuppressiva verabreicht.

Behandlungsmöglichkeiten einer vernarbenden Alopezie

Beim vernarbenden Haarausfall sind die Haarfollikel in den meisten Fällen irreversibel beschädigt oder zerstört. In diesem Fall können sich keine neuen Haare mehr bilden. Es wachsen also keine neuen Haare mehr auf den betroffenen Stellen. Aus diesem Grund ist die Behandlung des vernarbenden Haarausfalls ein langwieriger und schwieriger Prozess.

Mittel, die das Haarwachstum anregen sollen, greifen bei dieser Varinate des Haarverlustes nicht. Sie zeigen keinerlei Wirkung. Wenn Sie an vernarbendem Haarausfall leiden, kann Ihnen möglicherweise eine Behandlung mit Kortikosteroiden, besser bekannt als Kortison, helfen.

Durch das Kortison soll das Fortschreiten des Haarausfalls verlangsamt oder gar gestoppt werden. Durch das Medikament wird die Entzündung der Haarfollikel beseitigt. Die Haarfollikel sind bei einem vernarbenden Haarausfall fast immer entzündet. Hilfreich ist die Behandlung mit Kortison-Salben oder Kortison-Lösungen. Die Behandlung mit Kortison muss mehrere Wochen durchgeführt werden, damit der Wirkstoff seine volle Wirkung entfalten kann.

Oft kann nur noch eine Haartransplantation helfen

Wenn Sie an vernarbendem Haarausfall leiden und sie kein Kortison nehmen möchten, kann Ihnen eine Haartransplantation helfen, wieder volles Haar zu bekommen. Die Haartransplantation ist die einzige dauerhafte Lösung.

Für die Haartransplantation werden Haare mit dem Haarbalg aus einem Spenderareal entnommen und an den betroffenen Stellen wieder neu eingepflanzt. Als Spenderareal dient meistens der Hinterkopf. Wenn der vernarbende Haarausfall auf eine Grunderkrankung zurückzuführen ist, kann die Haartransplantation nur durchgeführt werden, wenn die Grunderkrankung völlig ausgeheilt ist.

Was hilft gegen den vernarbenden Haarausfall?

Viele Betroffene leiden unter einem starken Juckreiz auf der Haut und sogar Schmerzen. Einige Patienten verlieren sogar ihre Augenbrauen. Da ist es kaum ein Wunder, dass sie sich schnelle Hilfe gegen den vernarbenden Haarausfall erhoffen.

Der vernarbende Haarausfall kann nur gestoppt werden oder heilen, wenn die Kopfhauterkrankung, die für den Haarverlust verantwortlich ist, diagnostiziert und erfolgreich behandelt wird. Schließlich können auf Narben keine Haare wachsen.

Wenn Sie vermuten, dass Sie an einer Entzündung der Kopfhaut leiden, lassen Sie sich so schnell wie möglich untersuchen und behandeln, um schlimmere Folgen zu vermeiden. Ein Hautarzt kann Ihnen helfen. Nur wenn die Entzündung behandelt wird, kann die weitere Ausbreitung von Narben und der damit einhergehende Haarausfall gestoppt werden.

Um die Ursache für den Haarausfall herausfinden zu können, muss Ihr Arzt bei einem vernarbenden Haarausfall vermutlich eine Biopsie vornehmen und Ihnen eine Gewebeprobe aus der Kopfhaut entnehmen. Die Probe wird dann eingehend untersucht.

Möglicherweise ist es auch erforderlich, dass der Arzt die gesamte Haut an Ihrem Körper sowie die Mundschleimhaut und die Fingernägel untersuchen muss. Die betroffenen Stellen werden dann ausgemessen und fotografisch festgehalten.

Gegen den vernarbenden Haarausfall helfen keine handelsüblichen Mittel

Gegen den vernarbenden Haarausfall helfen keine handelsüblichen Mittel, die oftmals bei anderen Arten von Haarverlust helfen können. Allerdings wirken die Mittel dann meist auch nur für den Zeitraum, in dem sie verwendet werden. Sobald es wieder abgesetzt wird, beginnt der Haarausfall wieder von Neuem.

Vernarbender Haarausfall lässt sich in den meisten Fällen nur mit Antibiotika oder kortisonhaltigen Salben, Cremes, Schäumen oder Lösungen behandeln. Durch das Kortison, bei gleichzeitiger Gabe eines Antibiotikums, soll sich das Immunsystem wieder beruhigen. Danach kann eine Haartransplantation vorgenommen werden, falls die Haare an den betroffenen und abgeheilten Stellen nicht wieder nachwachsen.

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