Haarausfall durch Candesartan

Candesartan hypertension drug molecule. Skeletal formula.

Es gibt Medikamente, die Haarausfall verursachen können. Dazu gehören jedoch nicht alle Arzneimittel. Candesartan ist ein Wirkstoff, der als gut verträglich gilt und nur wenige Nebenwirkungen hat. Nicht zuletzt aus diesem Grund wird das Medikament häufig gegen Bluthochdruck verschrieben. Aber kann der Blutdrucksenker auch Haarausfall verursachen?

Haarausfall ist in der Packungsbeilage nicht als Nebenwirkung aufgeführt

Candesartan ist ein sogenanntes Antihypertonika. Dabei handelt es sich um ein blutdrucksenkendes Medikament. Sartane sind Wirkstoffe, die die Gefäße erweitern, den Blutdruck senken und zudem nur wenige Nebenwirkungen haben.

Ein Medikament, das Substanzen aus der Wirkstoffgruppe der Sartane enthält, ist Candesartan. In der Packungsbeilage wird Haarausfall nicht als Nebenwirkung erwähnt. Das bedeutet jedoch nicht, dass das Arzneimittel während der Behandlung keinen Haarausfall verursachen kann.

Es kommt immer wieder vor, dass Medikamente Nebenwirkungen haben, die nicht in der Packungsbeilage aufgelistet sind. Aus diesem Grund wird stets darauf hingewiesen, dass man sich an den Arzt bzw. den Hersteller wenden soll, wenn man Nebenwirkungen bei sich entdeckt, die nicht in der Packungsbeilage aufgeführt wurden.

Die Wirkungsweise von Candesartan

Die sogenannten Sartane werden auch als Angiotensin-Rezeptorblocker bezeichnet. Candesartan verändert den Elektrolyt- und Flüssigkeitshaushalt des Körpers, um dadurch den Blutdruck zu senken, bzw. zu normalisieren.

Die Normalisierung des Blutdrucks wird über eine Blockade im Angiotensin II bewirkt. Dabei handelt es sich um ein Gewebshormon. Dieses zieht die Blutgefäße zusammen und erhöht den Blutdruck. Candesartan blockiert das Angiotensin II, wodurch der Blutdruck gezielt gesenkt wirkt.

Eine Alternative zu den Sartanen sind die sogenannten ACE-Hemmer. Allerdings haben die Sartane den ACE-Hemmern gegenüber gewisse Vorteile. ACE-Hemmer sorgen dafür, dass das Gewebshormon gar nicht erst gebildet wird. Sartane hingegen blockieren nur die Andockstelle. Das heißt, sie greifen später in den Hormonhaushalt ein, wodurch weniger unerwünschte Nebenwirkungen hervorgerufen werden.

In welchen Fällen wird Candesartan verschrieben?

Candesartan wird gegen Bluthochdruck, auch bekannt als Hypertonie sowie bei einer Herzinsuffizienz, also Herzschwäche, verschrieben. Für gewöhnlich wird das Medikament in Kombination mit ACE-Hemmern verabreicht. Wenn die ACE-Hemmer nicht vertragen werden, kann Candesartan als alternatives Arzneimittel eingesetzt werden.

Candesartan wird außerdem gegen die Nierenerkrankung diabetische Nephropathie und zur Prophylaxe von Migräne eingesetzt.

Candesartan hat nur wenige Nebenwirkungen

In der Packungsbeilage wird Haarausfall als mögliche Nebenwirkung nicht erwähnt. Zudem ist der Wirkstoff Candesartan gut verträglich. Das Medikament ist jedoch noch recht jung, sodass vermutlich noch nicht alle möglichen Nebenwirkungen entdeckt wurden. Während der Behandlung mit dem Blutdrucksenker kann es zu folgenden Begleiterscheinungen kommen:

  • Kopfschmerz
  • Hypotonie (niedriger Blutdruck)
  • Erhöhung des Kaliumwerts
  • Schwindel
  • Atemwegsinfektion

Außerdem kann es in sehr seltenen Fällen, also bei einem von 10.000 Patienten, zu folgenden Nebenwirkungen kommen:

  • Husten
  • Juckreiz
  • Hautausschlag
  • Schwellungen im Gesicht und Rachenbereich
  • Muskelschmerzen
  • Rückenschmerzen
  • Gelenkschmerzen

Kann Candesartan Haarausfall begünstigen?

Haarausfall wird ziemlich häufig durch Medikamente hervorgerufen. Wenn Sie nach der Einnahme von Candesartan Haarausfall bei sich beobachten, sollten Sie einen Arzt aufsuchen, um die genaue Ursache für den Haarverlust abzuklären.

Hatten Sie bereits vor der Einnahme von Candesartan mit Haarausfall zu kämpfen? Hat sich der Haarverlust seit der Einnahme des Medikaments verstärkt?

Erblich bedingter Haarausfall ist eine häufige Ursache

Erblich bedingter Haarausfall ist eine der häufigsten Ursachen für Haarausfall. Bei dieser Variante des Haarverlustes fallen Männern die Haare vor allem im Stirn- und Schläfenbereich aus, sodass es zu den sogenannten Geheimratsecken kommt. Auch kann es am Oberkopf zu einer Glatzenbildung kommen, die man als Tonsur bezeichnet.

Frauen können ebenfalls an erblich bedingtem Haarausfall leiden. Bei Frauen werden die Haare jedoch meist vom Scheitel ausgehend dünner und sie bekommen für gewöhnlich keine Glatze. Wenn Sie daran leiden, können Sie den Haarverlust durch eine Haartransplantation stoppen oder durch Haarwässer und Haarschäume mit dem Wirkstoff Minoxidil. Minoxidil wirkt jedoch nur solange es verwendet wird. Zudem hat es auch Nebenwirkungen, wie trockene Kopfhaut, Schuppenbildung und Juckreiz.

Diffuser Haarausfall durch Medikamenteneinnahme

Wenn Ihnen die Haare gleichmäßig über den ganzen Kopf verteilt ausfallen, leiden Sie höchstwahrscheinlich an einem diffusen Haarausfall. Dieser kann verschiedene Ursachen haben und unter anderem durch Drogenmissbrauch oder die Einnahme von Medikamenten entstehen. Eine ärztliche Untersuchung kann Aufschluss über die Ursache geben.

Wenn Sie mehrere Medikamente einnehmen, ist es möglich, dass die Arzneimittel gegenseitig Haarausfall begünstigen. Wenn keine andere Ursache in Frage kommt, kann es sein, dass das Medikament den Haarverlust hervorgerufen hat. In diesem Fall kann es helfen, wenn Sie statt Candesartan ein anderes blutdrucksenkendes Mittel einnehmen.

Setzen Sie das Medikament jedoch nicht auf eigene Faust ab. Der Arzt wird Ihnen genau erklären, wie Sie das Medikament absetzen müssen.

ACE-Hemmer als Alternative zu Candesartan

Wenn Ihr Arzt nicht ausschließen kann, dass Candesartan den Haarausfall verursacht hat, können Sie es mit einem anderen Blutdrucksenker wie zum Beispiel einem ACE-Hemmer versuchen. Allerdings gehört ein starker Haarausfall bei der Wirkstoffgruppe der Sartane nicht zu den typischen Nebenwirkungen. Dennoch ist diese Nebenwirkung nicht auszuschließen.

Bei einem erblich bedingten Haarverlust fallen die Haare meist stellenweise aus. Bei einem diffusen Haarausfall fallen die Haare gleichmäßig über den ganzen Kopf, also diffus aus. Dadurch ist es wahrscheinlicher, dass Medikamente für den Haarverlust verantwortlich sind.

Was tun gegen Haarausfall?

Zunächst einmal ist es wichtig, dass Sie die Ursache für den Haarverlust abklären. Sind wirklich die Medikamente Schuld? Leiden Sie vielleicht an Hormonschwankungen oder einem erblich bedingten Haarausfall? Danach kann erst entschieden werden, welche Therapie Ihnen gegen den Verlust der Haare helfen kann.

Bei einem erblich bedingten Haarausfall können Medikamente in Tablettenform wie Propecia helfen. Diese haben allerdings schwerwiegende Nebenwirkungen. Milder, aber immer noch nicht nebenwirkungsfrei sind Haarpflegeprodukte mit dem Wirkstoff Minoxidil. Minoxidil wirkt jedoch nur während der Anwendungszeit. Sobald es abgesetzt wird, fallen die Haare wieder aus. Eine gute Alternative dazu ist eine Haartransplantation.

Bei einer Haarverpflanzung werden Ihnen Haare aus dem Spenderareal, meistens am Hinterkopf entnommen, und an den kahlen Stellen wieder eingepflanzt. Durch die Umverteilung der Haare können Sie Ihre Haare retten und sie wirken gleichzeitig voller. Die neu verpflanzten Haare bleiben Ihnen zudem ein Leben lang erhalten und fallen nicht wieder aus.

Wenn Sie an einem diffusen Haarausfall leiden, ist eine Haartransplantation nicht zwingend eine Lösung. Der Haarverlust stoppt für gewöhnlich, sobald die Ursache gefunden und abgestellt wurde. Die Haare wachsen danach in den meisten Fällen wieder normal nach. Sollten die Haare nicht wieder nachwachsen, können Sie immer noch eine Haarverpflanzung in Erwägung ziehen.

Bei diffusem Haarausfall ist es wichtig, dass Sie eine gesunde Lebensweise und eine gesunde Ernährung einhalten. Schlafen Sie ausreichend und vermeiden Sie Stress. Versorgen Sie Ihren Körper außerdem mit wertvollen Vitalstoffen, Vitaminen und Spurenelementen. Eine gesunde Ernährung trägt maßgeblich zu einem gesunden Haarwachstum bei.

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