Minoxidil – Test, Nebenwirkungen, Erfahrungen, Vorher & Nachher

Gegen Haarausfall können viele verschiedene Maßnahmen helfen. Darunter auch Wirkstoffe, von denen man nicht geglaubt hätte, dass sie gegen Haarverlust helfen können. Sind Mittel bei Haarausfall sinnvoll? Wie viel bringen sie? Können sie den Haarausfall nur stoppen? Welche Nebenwirkungen können Wirkstoffe gegen Haarausfall haben?

Sowohl Männer als auch Frauen sind dazu bereit, Medikamente einzunehmen, wenn sie unter Haarverlust leiden. Manche Menschen entscheiden sich, obwohl sie beinahe alles für schöne Haare tun würden, bewusst gegen die Einnahme von Medikamenten und bevorzugen andere Maßnahmen wie Hausmittel, spezielle Haarpflegeprodukte oder eine Haartransplantation. Schuld daran sind die oftmals starken Nebenwirkungen, die die Wirkstoffe der Mittel gegen Haarausfall bzw. Medikamente nach sich ziehen können. Einer dieser Wirkstoffe ist Minoxidil.

Was ist Minoxidil?

Minoxidil ist ein Wirkstoff, der häufig in Bluthochdruck-Medikamenten enthalten ist. Seit 1988 ist dieser Wirkstoff auch für Mittel gegen Haarausfall zugelassen. Der Patentschutz für den Wirkstoff ist 1996 erloschen. Dadurch können viele Hersteller Minoxidil für die Herstellung ihrer Medikamente und für die Produktion von Haarpflegemitteln gegen Haarausfall nutzen.

Lokal angewendet, gilt der Wirkstoff als sehr gut verträglich. Als Blutdruck-Medikament werden Medikamente mit diesem Wirkstoff meist nur dann verschrieben, wenn keine anderen Bluthochdruck-Medikamente wirken oder diese aus anderen Gründen nicht verabreicht werden können. Eine bekannte Nebenwirkung ist ein verstärkter Haarwuchs, der bei Betroffenen mit Haarausfall durchaus erwünscht ist.

Wie wirkt Minoxidil?

Als Antihypertensivum, also als Medikament gegen Bluthochdruck, sorgt es dafür, dass die herzfernen Blutgefäße weit gestellt werden. Die Muskulatur in den Gefäßwänden entspannt sich, wodurch sie sich weiten und der Blutdruck sinkt. Als Blutdruckmittel wird der Wirkstoff in Form von Tabletten verabreicht.

Wenn der Wirkstoff als Haarwuchsmittel eingesetzt werden soll, wird das Mittel äußerlich als Tinktur oder Schaum aufgetragen. Wie der Wirkstoff das Haarwachstum anregt, ist bisher noch nicht aufgeklärt. Experten vermuten, dass die Wirkung darauf beruht, weil das Mittel die Durchblutung der Kopfhaut verbessert. Dadurch ist es möglich, den Haarausfall zu stoppen und das Haarwachstum zu fördern.

Nachdem das Mittel auf die Kopfhaut aufgetragen wurde, soll der Wirkstoff die Blutgefäße erweitern, was wiederum die Blut- und Nährstoffversorgung der Haare anregt. Durch die bessere Versorgung soll das Haarwachstum anregt werden. Darüber hinaus sollen die Haare dichter und dicker wachsen. Zeitgleich wird das Ausfallen der Haare gestoppt. Minoxidil soll dadurch den Haarausfall verlangsamen.

Es wirkt gegen die sogenannte androgenetische Alopezie. Dabei handelt es sich um den erblich bedingten Haarausfall. Durch den Wirkstoff schreitet der Haarausfall weniger schnell voran. Bei vielen Betroffenen wird außerdem ein vermehrter Haarwuchs beobachtet. Sobald das Mittel abgesetzt wird, verliert sich dieser Effekt leider wieder. Das heißt, die Haare fallen wieder aus und der Haarwuchs stoppt.

Viele junge Männer versuchen, wenn ihr Bartwuchs noch nicht so stark ist, mit Minoxidil nachzuhelfen.

Haarewaschen

Als Bluthochdruckmittel wird Minoxidil mit anderen Medikamenten kombiniert

Das Hauptanwendungsgebiet von Medikamenten mit Minoxidil ist die Senkung des Blutdrucks. Das Medikament wird immer dann verabreicht, wenn ein therapieresistenter Bluthochdruck vorliegt. Das heißt, es wird nur dann angewendet, wenn andere Blutdrucksenker nicht anschlagen oder diese aus anderen Gründen nicht verabreicht werden können.

Wie die meisten Wirkstoffe hat auch Minoxidil Nebenwirkungen. Aus diesem Grund wird das Mittel meistens mit einem Diuretikum, also einem Entwässerungsmittel und einem Betablocker kombiniert.

Wie wird Minoxidil angewendet?

Als Bluthochdruckmittel wird es in Form von Tabletten eingenommen. Diese werden auf Anweisung des Arztes in einer bestimmten Dosierung ein- oder zweimal täglich eingenommen. Die Höchstdosis für Minoxidil beträgt 100 mg pro Tag. Meistens reicht jedoch auch schon eine geringere Dosis aus, um den Bluthochdruck in den Griff zu bekommen.

Das Medikament wird über den Darm fast vollständig ins Blut abgegeben. Nach etwa einer Stunde erreicht der Wirkstoff sein Maximum im Blut. Der Wirkstoff wird über die Leber abgebaut und über die Nieren mit dem Urin wieder ausgeschieden. Nach etwa vier Stunden ist die Hälfte des Minoxidils wieder abgebaut und ausgeschieden.

Als Mittel gegen Haarausfall wird es für gewöhnlich als Tinktur oder Schaum verabreicht. Frauen erhalten ein Mittel mit einer zweiprozentigen Minoxidil-Lösung und Männer eine fünfprozentige Lösung. Die Mittel werden zweimal täglich topisch, also äußerlich auf die betroffenen Stellen aufgetragen.

Neben Minoxidil enthalten die Präparate meistens noch Propylenglycol, um die Viskosität zu verbessern. Dadurch ist das Mittel leichter in die Kopfhaut einzumassieren.

Welche Nebenwirkungen hat Minoxidil?

Da Minoxidil ein Blutdrucksenker ist, kann der Wirkstoff das Elektrokardiogramm verändern und unter anderem folgende Nebenwirkungen haben:

  • Herzrasen
  • Herzbeutelentzündung
  • Flüssigkeitsansammlungen im Herzbeutel
  • Wassereinlagerungen im Körpergewebe
  • Verstärktes Haarwachstum im Gesicht, am Rücken und den Armen
  • Eventuelle farbliche Veränderungen der Haare

Bei einer zu hohen Dosis oder wenn die Dosierung zu schnell angehoben wird, kann es außerdem zu Schwindel, Schwächegefühl und Benommenheit kommen. Dies gilt vor allem zu Therapiebeginn.

Haarewaschen gegen Haarausfall

Als Mittel gegen Haarausfall wird Minoxidil äußerlich auf der Kopfhaut angewendet. Dabei gelangt ein geringer Teil des Wirkstoffs ins Blut und kann dementsprechend die gleichen Nebenwirkungen verursachen, wenn auch in geringerer Ausprägung. Es kann außerdem die Kopfhaut reizen und zu Entzündungen der Haut führen. Die Kopfhaut kann zudem mit Trockenheit reagieren.

Da Minoxidil als Mittel gegen Haarausfall nur topisch, also äußerlich angewendet wird, sind seltener Nebenwirkungen zu befürchten. Aus diesem Grund sind diese Mittel auch nicht verschreibungspflichtig, sondern nur apothekenpflichtig.

Zu Beginn der Anwendung ist es möglich, dass Sie das Gefühl haben, dass Ihnen noch mehr Haare ausfallen. Dies liegt daran, dass Ihnen alte Haare, die nicht mehr aktiv sind, ausgehen. Dies wird auch als Shedding-Effekt bezeichnet. Das Ausfallen der nichtaktiven Haare gibt sich spätestens nach ein paar Wochen und ein verstärktes Haarwachstum setzt ein.

Worauf sollte man bei der Einnahme von Minoxidil achten?

Wenn Sie neben Minoxidil gleichzeitig auch noch Neuroleptika einnehmen, kann die Blutdruck senkende Wirkung verstärkt werden.

Es ist sinnvoll, während der Schwangerschaft und Stillzeit auf Minoxidil zu verzichten, da noch keine ausreichenden Daten vorliegen, wie sich der Wirkstoff auf den Embryo auswirkt. Es steht jedoch fest, dass der Wirkstoff in die Muttermilch über geht. In Tierversuchen wurde außerdem herausgefunden, dass es die Fruchtbarkeit negativ beeinflussen kann.

Wenn Kinder unter 12 Jahren Minoxidil als Blutdrucksenker einnehmen müssen, darf dies nur im Krankenhaus und unter ständiger ärztlicher Aufsicht geschehen.

Wissenswertes über Minoxidil

Bluthochdruck-Medikamente mit Minoxidil erhalten Sie rezeptpflichtig in der Apotheke. Mittel gegen Haarausfall, die Minoxidil als Wirkstoff enthalten, sind rezeptfrei in Apotheken erhältlich. In Drogerien sind diese Mittel nicht zu bekommen, da sie apothekenpflichtig sind.

Es wurde in den 1970er Jahren in den USA ursprünglich als Medikament gegen Bluthochdruck entwickelt. Nachdem das Medikament eingeführt wurde, berichteten immer mehr Bluthochdruck-Patienten darüber, dass sie plötzlich ein stärkeres Haarwachstum beobachten konnten oder dass ein bestehender Haarausfall gestoppt wurde.

Volles Haar

Zu diesem Zeitpunkt gab es noch keine Medikamente, die Haarausfall stoppen konnten. Geschweige denn, ein Mittel, das den Haarwuchs anregte. Nach den zahlreichen Berichten der Patienten förderte die Pharmafirma Upjohn ab 1977 Studien, die Aufschluss darüber geben sollten, wie Minoxidil Haarausfall bekämpft.

Nachdem immer mehr Menschen von den Studien mitbekamen, erhielt der Hersteller unzählige Zuschriften von Menschen, die von Haarausfall betroffen waren. Es war sehr gefragt. So wurde der Wirkstoff 1988 in den USA auch als Mittel gegen Haarausfall zugelassen und diente nicht mehr nur als Blutdrucksenker.

Was passiert bei der androgenetischen Alopezie?

Bei der androgenetischen Alopezie oder erblich bedingtem Haarausfall, verkümmern die Haarwurzeln. Die Blutgefäße, die das Haar eigentlich mit Nährstoffen versorgen, bilden sich zurück. Dies hat zur Folge, dass die Follikel, in denen die neuen Haare entstehen, schrumpfen. Die Haarfollikel werden also nur noch unzureichend mit Nährstoffen versorgt. Dadurch verkürzt sich die Wachstumsphase der Haare und sie fallen vorzeitig aus.

Die Wirksamkeit von Minoxidil ist wissenschaftlich bewiesen

Für eine Studie, die in den USA durchgeführt wurde, bekamen mehr als 350 Männer über einen Zeitraum von 16 Wochen einen Schaum mit 5 Prozent Minoxidil und ein Placebo, das keine Wirkung hatte.

Der Schaum bewirkte eine Zunahme des Haarwachstums. Gemessen am Placebo wurde bereits nach 12 Wochen ein vierfach so starkes Haarwachstum gemessen. Nach 16 Wochen stieg es sogar um mehr als das Fünffache.

Bei Frauen wurde ein ähnlicher Effekt beobachtet. Mehr als 380 Frauen erhielten im Rahmen der Studie einen Schaum mit 2 und 5 Prozent Minoxidil sowie ein Placebo ohne Wirkung. Bereits bei der Anwendung des Minoxidils mit zweiprozentiger Konzentration konnte eine deutliche Zunahme des Haarwachstums verzeichnet werden.

Minoxidil (z.B. von Regaine) ist im Vergleich zu Wirkstoffen wie Finasterid deutlich verträglicher. Die genannten Nebenwirkungen treten zudem relativ selten auf, da Haarpflegeprodukte mit dem Wirkstoff Minoxidil nur äußerlich angewendet werden. Finasterid hingegen wird innerlich angewendet.

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