Spannungshaarausfall

Der sogenannte Spannungshaarausfall, auch Alopecia Contentionalis genannt ist nicht vergleichbar mit dem erblich bedingten Haarausfall. Die Ursache ist nämlich weder genetisch bedingt, noch auf hormonelle Schwankungen zurückzuführen.

Durch den Spannungshaarausfall können Geheimratsecken oder die sogenannte Denkerstirn entstehen. Der Haarverlust wird bei einem Spannungshaarausfall durch Verspannungen der oberen Schädelmuskulatur verursacht. Ein bereits bestehender Haarverlust kann dadurch zudem verstärkt werden.

Männer leiden häufig unter Verspannungen der Schädelmuskulatur

Besonders Männer neigen, insbesondere bei starker Konzentration, Stress und Anspannung dazu, ihre Schädelmuskulatur zu verspannen.

Die Tension, also die muskuläre Anspannung, überträgt sich vor allem auf den Bereich der oberen Stirn, an den Scheitelbeinen und am Hinterkopf. Durch die Verspannung wird die Kopfhaut schlechter durchblutet, was sich wiederum negativ auf die Durchblutung und Nährstoffversorgung der Haarfollikel auswirkt. Aufgrund der schlechten Nährstoffversorgung sammelt sich nun mehr Dihydrotestosteron oder kurz DHT an. Dabei handelt es sich um ein Abbauprodukt des Hormons Testosteron.

Haarfollikel, die normal mit Nährstoffen versorgt werden, wachsen aufgrund bestimmter Enzyme. DHT blockiert die Rezeptoren, die für diese Enzyme und somit für das Wachstum der Haare verantwortlich sind. Haarfollikel, die gut durchblutet sind, durchlaufen im Wechsel drei verschiedene Phasen:

  • Anagenphase (Wachstumsphase)
  • Katagenphase (Übergangsphase)
  • Telogenphase (Ruhephase)

Wenn die Haarfollikel nicht mehr richtig mit Blut versorgt werden, können Sie die Anagenphase nicht durchlaufen. Die Haare wachsen also nicht. Sie bleiben häufiger in der Telogenphase. Das Wachstum ruht also einfach und die Haare fallen aus.

Woran erkennt man den Spannungshaarausfall?

Der Spannungshaarausfall verläuft bei Männern und Frauen ähnlich. Bei Männern beginnt der Haarausfall meistens bei den Geheimratsecken und der Stirn. Später kommt es zu einer Tonsur am Hinterkopf. Von der Tonsur aus fallen die Haare im späteren Verlauf weiter aus. Erfahren Sie hier mehr über Tonsur i.B.a. Haartransplantation.

Bei Frauen fallen die Haare nicht komplett aus, aber die Haare werden in den gleichen Bereichen wie beim Mann dünner, sodass die Kopfhaut durchscheint. Bei Frauen werden die Haare vor allem im Bereich des Scheitels häufig dünner. Dieser Haarverlust kann durch eine Verspannung der Muskulatur am Oberkopf hervorgerufen werden.

Bei Betroffenen mit Spannungshaarausfall treten häufig folgende Beschwerden auf:

  • Spannungskopfschmerzen
  • Kribbeln oder Brennen im Bereich der oberen Kopfhaut
  • Verstärkter Haarausfall bei psychischen Belastungen oder Stress
  • Deutlich hervortretende Zornesader an den Schläfen
  • Spannungsgefühle im Bereich des Oberkopfes als würde eine Gummikappe über den Kopf gestülpt
  • Kopfhautspannungen im Bereich der Geheimratsecken, die stark glänzen
  • Falten auf der Stirn

Ob und wie stark die Muskulatur verspannt ist, kann ein Facharzt durch eine EMG-Messung herausfinden. EMG ist die Abkürzung für Elektromyographie.

Die EMG-Messung zeigt folgende Werte:

  • Wie stark die Schädelmuskulatur angespannt ist
  • Wie lange die Anspannung sich schon auf die Blutgefäße auswirkt
  • Ob die Anspannung wieder zurück geht oder ob sie dauerhaft bleibt

Wenn der Musculus frontalis, also der Bereich der Stirn entspannt ist, liegt der Wert der EMG-Messung bei 0,7 – 1,5 mV. Wenn dieser Wert zwei bis drei Mal so hoch ist, liegt eine Verspannung vor. Ist der Wert vierfach so hoch, liegt eine sehr starke Verspannung vor. Bei vielen Betroffenen, die unter Spannungshaarausfall leiden, ist der Wert 10 bis 20 Mal so hoch.

Wie kann man den Spannungshaarausfall behandeln?

Beim Spannungshaarausfall ist es wichtig, die Ursache zu bekämpfen. Die Ursache liegt in der Verspannung der Schädelmuskulatur. Bevor andere Behandlungsmethoden gegen den Haarausfall helfen können, müssen also die Verspannungen behandelt werden.

Wenn die verspannten Stellen sich wieder entspannen, werden die betroffenen Stellen wieder normal durchblutet. Die aktiven Haarfollikel werden somit vor dem spannungsbedingten Haarausfall geschützt. Nach der Ruhephase treten sie dann für gewöhnlich wieder in die Wachstumsphase ein.

Für die Behandlung der Verspannungen gibt es verschiedene Möglichkeiten wie zum Beispiel:

  • Autogenes Training
  • Progressive Muskelentspannung nach Jakobson
  • Bio-Feedback
  • Medikamentöse Muskelrelaxation

Wenn Sie an Spannungshaarausfall leiden, steht die Entspannung der Kopfhautmuskulatur mit den genannten Behandlungsmöglichkeiten immer im Vordergrund.

Das autogene Training oder die progressive Muskelentspannung sind sehr wirksam

Das autogene Training oder die progressive Muskelentspannung sind die natürlichsten Methoden, um die verspannte Schädelmuskulatur wieder zu entspannen. Sie müssen eine dieser Entspannungsmethoden jedoch täglich zweimal für 15 bis 20 Minuten durchführen. Sie werden schon nach wenigen Trainingseinheiten bemerken, dass sie sich besser fühlen. Ihre Haare profitieren jedoch erst nach mehreren Monaten von diesen Entspannungsmethoden. Sie müssen das Training zudem intensiv und konsequent durchführen. Sonst kann es nicht seine völlige Wirkung entfalten.

Entspannen mit Hilfe von Bio-Feedback

Beim sogenannten Bio-Feedback werden Haut-Elektroden auf die betroffenen Stellen angebracht. Über die Elektroden wird nun die Muskelspannung gemessen. Über ein akustisches und optisches Signal erfährt der Betroffene seine Muskelanspannung und wird angeleitet, sie bewusst zu entspannen.

Das Bio-Feedback muss ebenfalls zwei Mal täglich für etwa 10 Minuten durchgeführt werden. Auch bei dieser Methode sind erste Erfolge nach mehreren Monaten zu erwarten. Alle Entspannungsverfahren bringen einen gewissen Zeitaufwand mit sich mit und müssen konsequent durchgeführt werden.

Die medikamentöse Muskelrelaxation wirkt sehr schnell

Die meisten Betroffenen wollen ihren Spannungshaarausfall am liebsten sofort wieder loswerden. Schließlich lassen sich die inaktiven Haarfollikel umso besser wieder reaktivieren, je früher sie behandelt werden bzw. je eher sie sich wieder erholen können.

Die medikamentöse Muskelrelaxation wirkt bereits innerhalb weniger Tage. Sie wird unter anderem bei Spannungskopfschmerzen und gegen Falten eingesetzt. Die meisten Betroffenen erfahren bereits innerhalb von nur zwei Tagen eine Linderung. Die Wirkung hält für vier bis sieben Monate an.

Das Muskelrelaxans wird dem Betroffenen mit einer sehr feinen Nadel direkt in die verspannten Bereiche injiziert. Das Muskelrelaxans blockiert die Reizsignale, die die Verspannung auslösen. Solange die Wirkung des Medikaments anhält, solange bleibt auch die positive Wirkung auf die Haarfollikel erhalten. Sie werden nun wieder besser durchblutet und mit Nährstoffen versorgt, sodass sie sich wieder erholen können.

Die Therapie sollte für mindestens ein Jahr durchgeführt werden. Es ist nicht nur wichtig, dass sich die Muskulatur entspannt, sondern auch, dass die Durchblutung der Haarfollikel gefördert wird. Die Haarfollikel die inaktiv sind, lassen sich auf diese Weise wieder reaktivieren und sogar verjüngen.

Für die Behandlung mit einem Muskelrelaxans reichen für gewöhnlich zwei Therapiesitzungen aus.

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